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Holsteinische Schweiz

Streckensperrungen Holsteinische Schweiz

1 gemeldete Sperrung in der Holsteinischen Schweiz – mit voraussichtlichem Ende, dazu Streckenzustand und Gefahrenstellen.

Aktuell gesperrt

Strecke / StelleWas & warumBis wann
Zufahrt Prinzeninsel Plön (Abzweig von der B 430, Großer Plöner See)Die rund zwei Kilometer lange Halbinsel darf nicht mit dem Auto befahren werden; die Tourismusinformation Holsteinische Schweiz nennt ausdrücklich, dass keine Autos und Motorräder zugelassen sind. Abgestellt wird auf dem Parkplatz Prinzeninsel an der B 430 gegenüber der Kanuvermietung.dauerhaft

Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.

Streckenlage

Streckenzustand in der Holsteinischen Schweiz: Knicks, Alleen und Kopfsteinpflaster

Reetgedecktes Haus hinter Sonnenblumen, davor ein Motorrad auf der Straße
Reetdach und Sommerblumen am Straßenrand

Die Holsteinische Schweiz ist kein Gebirge, sondern eine eiszeitlich geformte Hügel- und Seenlandschaft im Osten Schleswig-Holsteins. Wer aus den Alpen oder dem Mittelgebirge kommt, stellt sich um: Statt langer Serpentinen erwarten ihn sanft gewellte Landstraßen, die sich zwischen über 200 Seen, Wäldern und Feldern hindurchschlängeln. Die fahraktive Würze liegt hier in den vielen kurzen Richtungswechseln, in den Uferstraßen am Wasser und in den engen Ortsdurchfahrten der alten Residenzstädte Plön und Eutin.

Die wichtigsten Verbindungsachsen sind die Bundesstraßen B76 (Kiel–Plön–Eutin–Neustadt) und die B430 (Neumünster–Plön–Lütjenburg) sowie ein dichtes Netz an Landesstraßen rund um Malente, den Großen Plöner See und den Kellersee. Auf diesen Strecken wechseln sich gut ausgebaute Abschnitte mit schmaleren, kurvigen Nebenstrecken ab. Genau diese Nebenstrecken sind das eigentliche Revier für Motorradfahrer – aber sie verlangen auch mehr Aufmerksamkeit.

Alleen, Knicks und das Thema Sichtweite

Charakteristisch für die Region sind Alleen und Knicks – die typischen Wallhecken Schleswig-Holsteins. Knicks sind etwa knie- bis hüfthohe Erdwälle, dicht mit Gehölz bewachsen, die seit dem 18. Jahrhundert die Felder einfassen. Sie prägen das Landschaftsbild – schränken aber an Kreuzungen und in Kurven die Sicht ein. Hinter einem dichten Knick kann ein einbiegender Traktor, ein Radfahrer oder Wild stehen, das man erst spät sieht. Fahre in unübersichtlichen Passagen defensiv und rechne damit, dass die Linie hinter der nächsten Hecke nicht frei ist.

Alte Alleebäume stehen oft dicht am Fahrbahnrand. Bei Nässe, Laub im Herbst und tiefstehender Sonne wird das zur Gefahr – Baumunfälle gehören in ländlichen Regionen zu den schwersten Unfalltypen. Halte ausreichend Abstand zum Bankett, fahre vorausschauend und passe das Tempo der Sichtweite an, nicht dem Tachoende.

Straßenzustand, Kopfsteinpflaster und Wochenend-Verkehr

Die Hauptstraßen sind überwiegend in gutem Zustand. In den historischen Ortskernen – etwa rund um die Schlösser in Plön und Eutin – triffst du auf Kopfsteinpflaster, das bei Nässe spürbar rutschig wird. In engen Gassen lohnt sich Zurückhaltung: ruhig bremsen, aufrecht fahren, nicht in Schräglage über die Buckel.

An sonnigen Wochenenden und in den Sommerferien ist die Region ein beliebtes Ausflugsziel. An den Seebädern, Anlegestellen der Fahrgastschifffahrt und an den Parkplätzen der Schlösser entsteht dann Tourismus- und Wochenend-Andrang. Rechne mit suchenden Autos, plötzlich öffnenden Türen, querenden Fußgängern und Pulks von Radfahrern auf den schmalen Uferstraßen. Wer früh am Tag oder unter der Woche unterwegs ist, hat die schönsten Strecken oft für sich.

Wild, Wetter und die Regeln in Deutschland

Wald-, Feld- und Seerandlagen bedeuten Wildwechsel. In der Dämmerung – morgens und abends – ist das Risiko am höchsten. Wo ein Tier die Straße quert, folgen oft weitere. Wildwechsel gibt es hier das ganze Jahr, im Herbst und in der Dämmerung häufiger.

Es gelten die normalen deutschen Limits: innerorts 50, außerorts 100, 0,5 Promille, in der Probezeit und unter 21 Jahren null. Wichtiger sind die örtlichen Tempolimits: In den Ortsdurchfahrten und an den Gefahrenstellen der Seenstraßen liegen sie häufig niedriger, und sie stehen dort nicht zufällig.

Ein praktischer Hinweis zur Tourplanung: Weil das Wegenetz so kleinteilig ist, sammeln sich auf den Nebenstrecken viele Einmündungen, Hofzufahrten und Querungen von Rad- und Wanderwegen. Die Holsteinische Schweiz ist eine intensiv genutzte Erholungsregion – Radfahrer, Wanderer und Reiter teilen sich die Landschaft mit dem motorisierten Verkehr. Wer damit rechnet, fährt vorausschauend statt sportlich-aggressiv. Belohnt wird man mit ständig wechselnden Ausblicken: mal Wald, mal ein See hinter der nächsten Kuppe, mal eine schnurgerade Allee.

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